Wege
gehen bedeutet fort gehen, es bedeutet
ankommen, es bedeutet einen Ort verlassen und neues hinzu gewinnen. Wege
verbinden, Wege trennen, Wege führen zu einem Ziel.
Wie viele Bezeichnungen
gibt es eigentlich für Wege? Es sind unheimlich viele.
Deshalb sind hier nur stellvertretend
für all die anderen einige genannt:
HOHLWEG
- GRENZWEG - KOLLONNENWEG - SCHEIDEWEG - HÖHENWEG - FERNWANDERWEG
- PILGERWEG - RADWEG - WALDWEG - PARKWEG - GARTENWEG - PRÜGELWEG -
RENNWEG - SEEWEG - LANDWEG -POSTWEG - HOLZWEG - BILDUNGSWEG - LEBENSWEG
- KREUZWEG - IRRWEG - ...USW,
USW.
Wege
gibt es auf unserem Planeten seit es
Lebewesen auf ihm gibt. Die Tiere mit ihrem Instinkt schufen sich sehr
direkte Verbindungen zu Nahrung und Wasserstellen. Der Mensch nutzte diese
Pfade. Einmal um die Tiere zu erjagen zum anderen aber auch um bequemer
voran zu kommen. Wege dienten nun auch dem Informationsaustausch und dem
Handel.
Später baute man Pfade
und Wege entsprechend der technischen Möglichkeiten und Erfordernisse
aus. Heer- und Handelswege wurden zu Straßen. Die Römer waren
Künstler im Straßenbau.
Später, im technischen
Zeitalter entstanden Schienenwege, Luftwege, Seewege, Autostraßen
und Autobahnen.
Die
alten Wege in unserer Region interessieren
uns vor allem . Sie verbinden uns wieder, war doch insbesondere die Mitte
Deutschlands für 50 Jahre getrennt.
Die alten Wanderziele unserer
Großväter und Väter waren in Vergessenheit geraten oder
nicht mehr in ganzer Länge begehbar.
Durch alte Vorurteile sind
noch heute Wege nicht wieder in der ursprünglichen Form durchgängig
zu erwandern. So der Fremdenweg in der Sächsischen Schweiz, jetzt auch Malerweg
genannt.
Andere Straßen und
Wege werden in einer Zeit, in der Wandern ein Wirtschaftsfaktor ist, wieder
entdeckt, ja sogar neue Wege angelegt. Insbesondere alte Straßen
und Wege, wie die Via-Regia, die alte Pilger- und Handelsstraße und
Jacobsweg durch Mitteldeutschland, der Böhmische Steig, die historische Salzstrasse
über das Erzgebirge von Halle nach Prag oder die Via-Claudia-Augusta, die alte
Römerstraße von Augsburg über die Alpen zum Mittelmeer,
und nicht zuletzt der Rennsteig üben einzigartige Reize auf den Wanderer
aus. Der Anton-Günther-Weg macht grenzüberschreitend auch auf die Spuren der Vertreibung
nach dem Zweiten Weltkrieg aufmerksam. Und die Skimagistrale
auf dem Erzgebirgskamm wird vielleicht eines Tages durchgängig
das Skiwandern auf präparierter Loipe ermöglichen.
Auf
dem Elsterradweg lernten wir in einer beschaulichen
Reise unseren Heimatfluß, die Weiße Elster kennen und unsere
Heimatregion neu zu begreifen.
Wege
gehen bringt neue Sicht auf die Dinge
am Wegesrand, auf Zusammenhänge aus Natur und regionaler Entwicklung
und eine neue Sicht auf sich selbst und natürlich auch auf seine Mitmenschen.
Aber nur der wird eine Landschaft
richtig erleben, der nicht nach neuen Rekorden strebt und seinen Weg durcheilt,
wie es in unserer Zeit leider oft üblich ist, nur wer es versteht
die Alltagshektik abzustreifen, der wird mit neuen Eindrücken am Ziel
ankommen.