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Im
August des Jahres 1974 hatte ich die Möglichkeit
in den Kaukasus zu reisen. Obligatorisch
war es zu dieser Zeit zunächst Moskau, die
Hauptstadt der Sowjetunion, zu besuchen.
Von dort flogen wir nach Besichtigungen
der Stadt weiter nach Mineralny Wody. Wenig
Begeisterung erzeugte unter den Mitreisenden
ein weiterer Aufenthalt in dem Kurort
Pjatigorsk, aber was will man machen.
Doch
am nächsten Morgen war es dann endlich soweit. Im modernen Reisebus fuhren wir auf
einer breiten Asphaltstraße dem Kaukasus
entgegen. Flaches fruchtbares Land
so weit das Auge reicht, und wo auch
die Pferdezucht zu Hause ist fehlen nicht
große Herden prächtiger Pferde.
Grellbunte
überdimensionierte Buswartehäuschen zeigen
die Nähe von Ortschaften an. Oft winken
wartende Bauersfrauen in der Hoffnung eine
Mitfahrgelegenheit zu haben um nicht
länger auf den Linienbus warten zu müssen,
der hier sporadisch oder gar nicht kommt.
Die
Dörfer an der Straße sind bescheiden. Nur
von Wagenspuren tief zerfurchte unbefestigte
Wege führen von der Hauptstraße in die Ortschaften
hinein. Von Obst- und Gemüsegärtchen umgeben
ducken sich die bescheidenen Häuschen in
der weiten Landschaft.
Über
Tscherkesk, der Hauptstadt der Autonomen
Republik der Karatschajer und Tscherkessen,
erreichen wir das Kubantal. Auch wenn von
den schneebedeckten Bergriesen des Westkaukasus
noch immer nichts zu sehen ist, so setzt
uns die Landschaft im Kubantal in helle
Begeisterung.
Der
Kuban fließt wildschäumend in seinem breiten
und steinigen Flußbett dahin. Steil und
schroff ragen die Talwände aus zerklüftetem
Kalkstein auf denen sich oben eine
grüne Hochebene anschließt.
Die
Gärten der Dörfer sind mit den rund geschliffenen
Flußsteinen des Kuban umgeben und die Häuser
ducken sich wie überall im Süden dieses
Landes in der Mächtigkeit der
Landschaft.
Wehrhaft
mußten Sie sein, diese Dörfer, denn das
Land war zu allen Zeiten begehrt. So zeugen
die Wehrtürme, die Karaule, in den Dörfern
vom Verteidigungswillen der Menschen, die
hier leben.
Endlich
ist es dann so weit, daß die schneebedeckten
Berge des Dombaitales zu sehen sind. Die
Berghänge werden schroffer und sind nun
von Nadelbäumen bewachsen. Dann erreichen
wir Teberda, die kleine Ortschaft im gleichnamigen
Tal. Über dem Tal des wildschäumenden Flusses
Teberda grüßen die schnebedeckten Gipfel
des Westkaukasuses herüber, allen voran
das Matterhorn des Dombaitales, die Belaja
Kaja.
Hinter
dem Hotel Dombai der Pik Ine, ein ebenso
markanter Berg (3455 m).
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