Auf
dem Tanzplan
Der
Aufstieg zu Tanzplan zieht
sich hin und in der Mittagshitze
ist man froh wenn das Dach
des Gasthauses durch die
Bäume hervorlugt. Hier kehrt
man dann durstig ein. Wenn
auch das Ambiente der Gaststätte
etwas weniger einladend
wirkt, die Küche kann man
empfehlen, sie ist vorzüglich.
Im
Gastraum kann man sich über
die Historie der Entwicklung
des Tanzplanes informieren.
Honorige Herren gründeten
einst einen Tanzplanverein.
Dann war es nach 1945 lange
Zeit stiller um den Aussichtspunkt
geworden. Mit größerer Durchlässigkeit
der Grenzen entdeckten die
Sachsen "ihren"
Tanzplan wieder neu. Heute
ist zwischen Tschechen und
Deutschen wieder ein Tanzplanverein
gegründet worden, wie eine
Tafel am Eingang der Gaststätte
mitteilt. Die tschechische
Schrift dominiert etwas
kräftiger als die deutsche
Schrift, doch wenn man bedenkt,
daß alles deutsche hier
lange Zeit übertüncht war,
ist das schon ein großer
Schritt in eine gute Zukunft.
Der
Tanzplan (Tanecnice) ist
mit 597 m NN der zweithöchste
Gipfel des Schluckenauer
Zipfels. Auf dem Berg befindet
sich ein achteckiger Aussichtsturm
zu einem Drittel aus Steinen
und zu zwei Dritteln aus
Ziegeln erbaut im Jahre
1904. Der einmalige Panoramablick
über die Sächsisch- Böhmische
Schweiz und das Osterzgebirge
als auch hin zum Iser- und
Riesengebirge und hinein
in die Lausitz entschädigen
für den mühevollen Aufstieg
über 138 Stufen.
(Auszugsweise
der Informationstafel
entnommen am Parkplatz Tanzplan.)
Schon
in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts stand auf
diesem Berg auf einem dreieckigem
Stein
eine
hölzerne Aussichtsplattform.
Im Jahre 1886 wurde über
die Errichtung eines Holzturmes
entschieden. Dieser überstand
die widrigen Witterungsbedingungen
bis zum Jahre 1903, jenes
Jahr in dem er durch einen
Sturm zerstört wurde. Der
Turm wurde gesperrt und
demontiert.
Der
Leiter des örtlichen Verschönerungsvereines
rief einen Archidekturwettbewerb
aus, bei dem der Vorschlag
des einheimischen Baumeisters
Josef Schulze zur Auswahl
kam. Am 10. Juli 1904 erfolgte
die Grundsteinlegung für
den neuen aus Steinen erbauten
Aussichtsturm. Im Juli des
gleichen Jahres wurde der
Rohbau vollendet und am
28. Mai 1905 wurde der Turm
feierlich der Öffentlichkeit
übergeben.
Bei
der Einweihungsfeier wurde
der Turm nach dem deutschen
Kanzler Bismarck benannt.
Er reiht sich somit in die
an den Grenzen aller deutschen
Gaue errichteten Bismarcktürme
ein, jedoch untersagten
die Behörden der Österreichischen
Monarchie den Bau weiterer
Türme. Sowohl die Österreichische
Monarchie sollte in der
Folge der geschichtlichen
Ereignisse vergehen, nein
auch ganz Europa sollte
in einem unvergleichlichen
Blutbad aus seinen vertrauten
Fugen geraten, mit Folgen die
bis heute noch immer nicht überwunden
sind.
(Auszugsweise
der Infotafel entnommen
am Aussichtsturm des Tanzplan
und ergänzt durch eigene
Worte.)
Wir
nehmen nicht den Weg nach
Sebnitz, der uns gut ausgeschildert
über den Ortsteil Hertigswalde
wieder auf die Hochbuschgruppe
führen würde. Wir entscheiden
uns den Rückweg so zu nehmen,
wie wir gekommen sind, denn
wir wollen noch einmal die
herrlichen Ausblicke auf
die Sächsische Schweiz genießen.
Info
zu Bismarcktürmen: http://www.bismarcktuerme.de/
Kleiner
Kuhberg bei Netzschkau