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Das Elstertal zwischen
Bad Elster
und Autobahnbrücke
Pirk
Der Elsterradweg wird ab Bad Elster den
Radfahrer nicht durch die schönen Flußauen der Weißen Elster führen. In sanften
Schwüngen mäandert unser Fluß durch die weiten Talauen. Der Elsterradweg führt zunächst nach
Adorf und das leider entlang der Bundesstraße B92. Adorf ist Zentrum der Perlmuttherstellung. Wen das alte Kunsthandwerk
weiterführend interessiert, der kann sich in Heimatmuseum umfassend
informieren. Aber auch die historische Altstadt mit Teilen der mittelalterlichen
Stadtmauer ist einen Abstecher wert.
FLUSSPERLMUSCHEL
UND PERLMUTTHERSTELLUNG
Die alte sächsische Postmeilensäule
am Rand der Transitstraße B 92 weißt darauf hin, daß
hier auf der alten Poststraße, die von den Höhen des Vogtlandes
herunterkam und weiter ins Böhmische hineinführte, schon reger
Verkehr in alten Zeiten herrschte. Auch der Geheimrat Goethe weilte in
Adorf, wenn er sich zu seinen Bäderaufenthalten nach Karlsbad und
Franzensbad begab.
Leider ist heute der Transitverkehr aus
der Tschechischen Republik, der täglich lautstark über die B
92 rollt, dem Erholungswert einer Radtour auf diesem Streckenabschnitt
sehr abträglich. Ab Rebersreuth wird das Elstertal verlassen. Auf
der alten Eichigter Straße und über Hundsgrün und Ebersbach
erwarten den Wanderer und den Radfahrer ländliche Schönheit.
Jedoch ist Kondition auf den steilen Bergabschnitten gefragt.
Oelsnitz, die alte Teppichstadt grüßt
schon von weiten mit den Türmen der St. Jacobikirche.
Die Stadt verläßt der Radfahrer
in Richtung Talsperre Pirk. Mit dieser Talsperre hat man die Weiße
Elster zur Gewinnung von Brauchwasser angestaut und die Textilindustrie
mit Wasser versorgt. Die in den Jahren 1935 bis 1939 erbaute Stauanlage
ist die einzige am Flußlauf der Weißen Elster, wenn man die
kleine Stauanlage auf tschechischer Seite vernachlässigt. Entlang
der Talsperre Pirk könnte der Radfahrer vorzüglich ohne große Steigungen dahin
radeln. Doch der Radweg führt auf der vielbefahrenen Landstraße
steil bergan über Planschwitz und Magwitz. Allein die herrliche
Aussicht von den Höhen machen diese Mühen wieder wett. Erst
nahe der Staumauer erreicht man nach einer sehr steilen Abfahrt
wieder das Elstertal und radelt nun auf den Wanderweg zum Bahnhof
Pirk.
Ziel ist die Autobahnbrücke Pirk,
die eine einzigartige Baugeschichte aufweist:
Mit ihren zwölf Gewölbebögen
ist sie die weltgrößte Mehrbogensteinbrücke. 1937 bis 1939
errichtet führte die imposante Brücke bis zur Wiedervereinigung
Deutschlands einen Dornröschenschlaf. Die solide Bauweise ermöglichte
mit Eröffnung der Autobahn A 72 nach der Öffnung der innerdeutschen
Grenze eine Fertigstellung der 373 Meter langen Autobahnbrücke.
Ab Oelsnitz und ab Pirk besteht Anschluß
an die Eisenbahn. Der weitere Weg führt durch einen
geschützten, noch relativ natürlichen Talabschnitt, über
Weischlitz nach Plauen, der sowohl für den Radfahrer als auch den
Wanderer sehr reizvoll ist.
In der Spitzenstadt Plauen, die nach ihrer
Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem Schattendasein
durch die Grenznähe der einstigen Metropole des Vogtlandes führte,
erlebt der Besucher eine wieder aufstrebende Großstadt mit zahlreichen
imposanten Neubauten aber auch eine der ältesten Elsterbrücken
des Vogtlandes. 1244 wurde die alte steinerne Brücke über die
Weiße Elster erstmalig erwähnt.
Aus Plauen heraus findet der Radfahrer
in Richtung Chrieschwitz. Man fragt sich am besten nach dem Lochbauern
durch.
Den Wanderer führt
der Vogtlandweg aus Bad Elster hinaus durch die stille Waldeinsamkeit des
Landschaftsschutzgebietes Oberes Vogtland.Über die Höhen
um Gettengrün und Eichigt erwarten den Wanderer außergewöhnliche
Fernblicke auf das westliche Erzgebirge bis hinein nach Böhmen.Die
nach 1945 stillgelegte Strecke Oelsnitz - Asch macht die Weltabgeschiedenheit
dieser Gegend bewußt, die doch eigentlich in der Mitte Europas liegt.
In Oelsnitz sollte diese
strapaziöse Tagestour für den durchschnittlich Trainierte enden.
Von Oelsnitz zur Talsperre
Pirk sollte der Wanderer den als Bergbaulehrpfad ausgeschilderten Weg nehmen.
Er entspricht in großen Teilen dem Vogtlandweg. Man kann auf diesem
Weg die Geschichte des Bergbaus in der Oelsnitzer Region vom Mittelalter
bis in die Zeit des Uranbergbaus nachvollziehen. Leider wird auf dieser
Wanderung auch bewußt, welche Wunden der rigorose Gesteinsabbau in
der neuesten Zeit an Landschaft vernichtet.
Die Ausblicke
von Oelsnitz über die angestaute Weiße Elster bis zur Autobahnbrücke
Pirk sind einmalig. Durch stille Dörfer gelangt man am Schluß
der Tour hinab ins Elstertal und zur Autobahnbrücke Pirk. |
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