VOGTLANDWANDERUNGEN ° RADFERNWANDERWEG WEISSE ELSTER ° HOMEPAGE FAM TROMMER
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Alles im Leben braucht seine Zeit, und so mußte ich erst ein paar Jahre "auf dem Buckel" haben, um an die Quelle der Weißen Elster wandern zu können. Ich weiß nicht, ob man zu Zeiten
des Eisernen Vorhanges nicht doch zur Elsterquelle gehen konnte, ich habe
es nicht gewagt. Zu sehr waren wir auf die Einhaltung der Grenzbestimmungen
fixiert und hatten Angst einen Fehler zu begehen. Zudem fehlte es an Ortskenntnissen.
Doch besuchen wollten wir den Ort, an dem der Fluß entspringt, der meine Heimatstadt Greiz und das gesamte Landschaftsbild des Vogtlandes prägt. Möglich wurde das erst nach 1989, als sich auch diese Grenze nach Tschechien langsam öffnete. So haben wir uns dann an einem Frühlingstag
von Bad-Elster aus auf den Weg gemacht. Nicht wissend, wie weit der Weg
ist, und ob wir überhaupt zur Elsterquelle finden würden.
So wandert man dann am rechten Flußlauf der Weißen Elster der Quelle entgegen. Manche moderne Karte verzeichnet noch zahlreiche Mühlen, doch die sind längst nicht mehr. Anfang des 19. Jahrhunderts waren noch zahlreiche Papier-, Mahl- und Sägemühlen vorhanden. Heute erkennt man allenthalben noch deren Grundmauern und die Bauten der Mühlwehre. In Dolny Passeky (Niederreuth) liegen die
Häuser verstreut um den alten Ortskern. Das Zentrum des Ortes wurde
dem Verfall preisgegeben.
Eine Einkehr in der Gaststätte "U Sprenaru" war noch in den 1990er Jahren ein Muß. In der urigen Kneipe war der Bierhahn in einem Wandschrank unter Verschluß, und auch sonst strahlt das Gasthaus noch viel vom Flair alter Böhmischer Wirtshausgemütlichkeit aus. Heute ist die Gaststätte eine moderne Einkehr in der man gut essen kann, aber schade um die gute alte böhmische Wirtshausgemütlichkeit ist es doch. Man durchwandert nun den Naturpark Elsterwald,
der im ersten satten Frühlingsgrün der Auwälder eine besondere
Faszination ausübt. So ist die Wanderung zur Elsterquelle auch im
Frühjahr am schönsten und besonders zu empfehlen.
Bevor man also an jener Quelle, die man
als Steingrüner Quelle bezeichnet, das Denkmal errichtet hatte, waren
zahlreiche Untersuchungen vorausgegangen. Gehen wir davon aus, daß
die eingefaßte Quelle der Ursprung unseres Heimatflusses ist. Als man 1898 die Quelle feierlich einweihte gehörten dazu schneidige Aufmärsche des k. und k. Schützenkorps,
die die deutschen Heimatverbände an der Grenze abholten, und das Abspielen
der Österreichischen und Deutschen Hymne zum unabdingbaren Szenarium
der damaligen Zeit. Auch Hochrufe auf die Kaiser durften nicht fehlen.
Tschechische Bürger haben uneigennützig das Denkmal der Elsterquelle vor dem Verfall gerettet. Leider führten die deutschen Inschriften und die zahlreichen Eintragungen deutscher Wanderfreunde in ein Buch an der Quelle zu mißmutigen Willensbekundungen und Zerstörungen von tschechischer Seite. Noch sind eben die alten Vorbehalte beiderseits nicht überwunden. Wir folgen nun den Quellwassern ins Tal.
Für diesen heutigen Wandertag um nach Hause zu kommen nach einer
sehr langen Wegstrecke.
Folgen Sie uns auf dem Elsterradweg als Radfahrer oder auf dem Weiße- Elster-Weg als Wanderer um unseren Heimatfluß zu begleiten auf seinem Weg von der Quelle am Kapellenberg im Elstergebirge bis zu seiner Mündung in die Saale.
Wer den Weg zur Elsterquelle gemütlich und recht kurz absolvieren möchte, der kann jetzt nach dem Beitritt Tschechiens zum Schengener Abkommen den alten Weg von Bärendorf benutzen. Auf deutscher Seite ist der Weg bestens beschildert, auf tschechischer Seite folgt man zunächst der gelben Markierung und biegt etwa 100 Meter nach den Hohheitszeichen nach rechts in einen Forstweg ein. Gehzeit ca 1 Stunde. |
Menschen
aus Tschechien und Deutschland kümmern sich rührend um das Umfeld
an der Elsterquelle Böhmische Wirtshausgemütlichkeit gestern...
...und heute Elsterquelle Wenn man dieses Rinnsaal gleich hinter der Quelle glucksend im dichten Tann dahinfließen sieht kann man kaum glauben, daß daraus bald ein stattlicher Fluß entstehen wird
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