| Der Wanderer, der vom Keilberg
herab kommt, sollte an der Einmündung der Fahrstraße zum Keilberg
eine etwas beschwerliche Wegstrecke auf fast unkenntlichem Pfad auf sich
nehmen und den alten Dreiseitstein, auch als Dreiländerstein bezeichnet, an der Grenze aufsuchen.
Der alte Dreiländerstein stammt
aus der Zeit Maria Teresias. Er hat damals drei Länder geteilt:
das
Königreich Böhmen (zum Kaiserreich Österreich Ungarn gehörig),
das Königreich Sachsen und das Gebiet des Adelsgeschlechtes Schwarzenberg.
Wie das Land der Schwarzenberger dann zu Böhmen geschlagen wurde,
haben wir auf der Seite über Halbe Meile beschrieben.
Heute steht neben dem Dreiländerstein
der an dieser Grenze übliche Grenzstein mit den Initialen "D" für
Deutschland und "C" für ( Ceska Republika) Tschechische Republik.
Es ist noch nicht lange her, da trugen diese Grenzsteine die Initialen
"DDR"
und
ein in sich verschlungenes
"CS" für die
Tschechoslowakei (Ceska Slowenska Republika).
Der Vertrag von Eger (auch Hauptvergleich
von Eger), geschlossen am 25.4.1459, legte die Grenze zwischen
Böhmen und Sachsen auch für das Erzgebirge fest. Sie ist noch
heute grösstenteils gültig und gehört somit zu den ältesten,
noch bestehenden, Grenzen Europas.
Zum damaligen Zeitpunkt vereinbarte
Kurfürst Friedrich und Herzog Wilhelm von Sachsen mit dem König
von Böhmen Georg von Podebrad, dass Städte, Schlösser, Märkte
und Dörfer, die in dem Kronbereich Böhmens diesseits des Waldes
lagen (Brüx/Most, Burg Riesenburg/Ryzmburk und Dux/Duchcov samt
aller geistlichen und weltlichen Mannschaft, Renten, Zinsen,
Zollen usw.) zu Böhmen gehörten, wogegen die jenseits des Waldes
im Vogtland und in Meißen gelegenen Güter und Schlösser, den
sächsischen Herzögen verbleiben sollten. Durch diesen Vertrag
wurden die auftretenden Grenzstreitigkeiten weitgehend beseitigt.
Dennoch waren einige Orte und Herrschaften nördlich des Erzgebirges
und in dem Vogtland zusätzlich Lehen der Böhmischen Krone.
Das Wappen des
Adelsgeschlechtes der Schwarzenberger dokumentiert den einstigen Besitz
diese Gebietes durch die Schwarzenberger, das dann an die Böhmische
Krone abgetreten wurde. Die Veränderung
der mit diesem Vertrag fixierten Grenzen erfolgte
1546, als sich Herzog Moritz und König Fredinand
nach dem schmalkaldischen Krieg die Herrschaft
Schwarzenberg als Kriegbeute teilten.
Auf
der dritten Seite
des alten Grenzsteines findet man das Wappen des Königreiches Sachsen
und des Königreiches Böhmen. (unten)
Diese Grenzsteine markieren
die Zeiten und Ereignisse an dieser Grenze sehr eindrucksvoll. Das "C"
für Ceska Republika ist noch sehr neu auf diesem Grenzstein Nummer
14 und löste das "CS" ab. Das "D" für Deutschland löste
das "DDR" auf den Grenzsteinen ab. Dahinter das Wappen der Böhmischen
Könige am alten Grenzstein. (Bild unten links)
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