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Über
die Grenze auf der deutschen Seite der Ort Halbemeile.
Auf der böhmischen
Seite künden nur noch die aufgelassenen Reste der Siedlung vom Fleiß
seiner Bewohner. |
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"Grenzidylle":
Wo heute eine Gedenktafel
auf Deutscher Seite
an den einstigen
Ort Halbmeil auf
böhmischer Seite erinnert, Baumstämme, ein Graben und das tschechische
Grenzschild den Grenzverlauf markieren, war nach 1945 Stacheldraht und
später die gelben Schilder der DDR-Grenze.
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Nachtrag
zur Geschichte und Gegenwart des Ortes
Halbemeile
/ Halbmeil:
So nachzulesen auf einer vom
Erzgebirgsverein Breitenbrunn liebevoll gestalteten Tafel die an der Grenzlinie
zu Böhmen an die Ereignisse der Vertreibung der Deutschen Bevölkerung
und an die Zerstörung einer Kulturlandschaft erinnert. (siehe Bild
oben)
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1546 |
versprach
im Prager Vertrag Herzog Moritz vom Sachsen dem Böhmischen König
Ferdinand für dessen Waffenhilfe im Schmalkaldischen Krieg einen Teil
der
Herrschaft Schwarzburg. |
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1548 |
erstmalig
in einer Bergordnung König Ferdinands das "Bergwerk auf den Mückenberg"
genannt |
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1558 |
nach
langem Streit, weil bergbautechnisch wertvoll geworden auf Abtretung eines
südlichen Abschnitts der Herrschaft Schwarzenberg geeinigt.
Ausgangspunkt der neuen
Grenzziehung war die Verbindungslinie der Quellen des Großen Ortsbaches
und des Mittenbaches - weiter der Verlauf des Mückenbaches
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So entstand der "Entenschnabel"
Dadurch Trennung des Ortes Mückenberg oder Halmeile.
(5 Kilometer oder eine halbe
sächsische Meile
vom Mutterdorf Breitenbrunn
entfernt) |
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1582 |
erstmalig
in Grubenakten
"uf der halben Meil" erwähnt.
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1592 |
"Ehrlicht zwey Häuslein
ufm Finkenfloch sonst uf der halben Meil" auf
der Karte von Oeder als heute Sächsischen Teil dargestellt.
Als bergbauliche Ansiedlung
entstanden dienten die Waldwirtschaft, eine Essighütte (Buchenessig)
zur Farbstoffherstellung für die Kattan-Druckerei und die Landwirtschaft
mit Getreide- und Kartoffelanbau sowie außergewöhnlich artenreiches
Grünland für eine erfolgreiche Viehzucht der bis zu 68 Einwohner
zählenden Ansiedlung. |
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Fast
am Ende des kleinen Ortes Rittersgrün quert eine alte Bergstraße
vom Fichtelbergmassiv kommend die Fernstraße hinauf nach Oberwiesenthal
um gleich wieder steil bergan den anderen Hang des Tales zu überwinden.
Diese Straße ist ausgezeichnet als Teil des Anton-Günther-Weges
und führt durch tiefe Bergwälder in etwa einer Dreiviertelstunde
hinauf zur Siedlung Halbemeile.
Auf dem Weg dorthin kann
man noch eine sehr alte Bergtanne mit einem Stammumfang von dreieinhalb
Metern und einer stattlichen Höhe bestaunen. Die Tanne bildete einst
den wesentlichen Baumbestand in den Erzgebirgswäldern, bevor mit der
Industrialisierung der saure Regen der Industrieabgase die Bestände
minimierte und Fichten zur Aufforstung kamen. Auch ein Schaubergwerk gibt
es hier heroben in der Einsamkeit der Waldsiedlung, das aber leider nicht
mehr besucht werden kann.
Der Bergbau besiegelte eigentlich
das Schicksal des kleinen Ortes Halbemeile, der durch Aufteilung des Landes
und damit der Aufteilung der reichen Erzfunde im Mittelalter in einen
Böhmischen und in einen Deutschen Ortsteil geteilt wurde. Diese Teilung
hatte zunächst keine großen Auswirkungen, wenn man davon absieht,
daß die Leute auf der böhmischen Seite katholisch sein mußten,
und ansonsten des Landes verwiesen werden konnten. Diesem Umstand der Vertreibung
der Protestanten aus Böhmen ist die Gründung von Städten
wie Johanngeorgenstadt zu verdanken. Und die Geschichte zeigt Krieg und
Vertreibung gehören offensichtlich in Europa und anderswo zu allen
Zeiten zu den unabdingbaren Auswirkungen.
Erst mit dem Untergang der
Habsburger Monarchie und des aufkeimenden Nationalismus begann der Haß
der Tschechen auf die Deutschen in der Grenzregion, die dieses karge Gebirgsland
durch fleißige Arbeit zu einer einzigartigen Blüte gebracht
hatten, die aber als Fremde im Vaterland der Tschechen betrachtet wurden
Und von deutscher Seite waren die Vorurteile gegenüber den Tschechen
nicht anders. Die Geschichte geht ihren Lauf...
Mit Ende des Zweiten Weltkrieges
war das Ende des kleinen Ortes Halbmeile besiegelt. Das Versprechen der
Machthaber des Dritten Reiches das Sudetenland Deutschland einzuverleiben
und dann das Müncher Abkommen durch den Einmarsch Deutscher Truppen
in Prag verletzend sollte sich für die Menschen dieses Landstriches
zu unvorstellbarem Haß umkehren. Haß, der sich über die
Jahrhunderte aufbaute.
Der Umstand im 16. Jahrhundert
Böhmen versprochen worden zu sein und damit sein Anwesen nur wenige
Meter von der deutschen Grenze entfernt zu besitzen, bedeutete ebenso das
Aus wie für viele andere Sudetendeutsche weiter im Landesinneren.
Das Schleifen von Anwesen in solcher Grenznähe macht den Wahnwitz
dieser Vertreibung erst so richtig deutlich.
Bis 1953 war der größere
Teil des Ortes auf der Böhmischen Seite geschliffen. Bis zum heutigen
Tag ist nichts aufgeräumt. unter Büschen finden sich die Überreste
der Häuser von Halbmeil auf Böhmischer Seite.
Die vier Häuser auf
deutscher Seite verstreuen sich in malerischer Lage bis heute auf den artenreichen
Bergwiesen des Erzgebirgskammes und künden vom Fleiß der Erzgebirgler,
die durch harte Arbeit diese karge Region in einmaliger Weise zur
wirtschaftlichen Blüte brachten.
Einen Übergang gibt
es an dieser Stelle der Grenze nicht. Den Verlauf der alten des Ortsstraße
ist auf böhmischer Seite durch frisch gepflanzte Vogelbeerbäume
erkenntlich.
Wir folgen der Grenzlinie
bis zu der Himmelswiese. Hier, etwa einen halben Kilometer vom Ort entfernt
verläßt die alte Salz- und Handelsstraße von Breitenbrunn
herauf kommend das Deutsche Hoheitsgebiet um als Gottesgaber Straße
hinüber nach Gottesgab (Bozi Dar) zu führen. Hier ist auch der
Wanderübergang nach Tschechien.
Die alte historische Straße
ist bedeutungslos geworden, nachdem sie einmal wichtige Salz- und Handelsstraße
nach Böhmen war, endet sie heute als Touristenübergang an der
Böhmisch - Sächsischen Grenze.
Sie erreichte nach kurzer
Entfernung auf der Böhmischen Seite den Ort Halbemeile / Halbmeil.
Wir folgen noch ein Stück
der Straße um bald nach Westen in Richtung Johanngeorgenstadt
weiter zu wandern.
Durch einsame Wälder
erreichen wir die Preishausbuche, die den Standort des Preishauses heute
markiert. Heimatfreunde aus Breitenbrunn pflanzten 1966 eine neue Buche
anstelle des alten Baumes. Auf der alten Poststraße führt der
Weg hinab nach Pachthaus und Wittigstal, von wo aus der Wanderweg
nach Johanngeorgenstadt oder über die Grenze nach Breitenbach (Potucky) führt.
Der
Wanderstempel von Rittersgrün
(Ein Geheimtipp für
den Eisenbahnfan)

Zur Geschichte des Preishauses:
Einsame Waldhäuser
haben seit jeher etwas besonderes an sich. An einer Grenze um so mehr.
Den Standort des 1846 abgerissenen
Preishauses in der Waldeinsamkeit zwischen Breitenbrunn, Rittersgrün
und Johanngeorgenstadt unweit der sächsisch-böhmischen Grenze
markierte eine uralte Rotbuche, die eine Tafel mit folgender Inschrift
trug:
"Einst Mittelpunkt der
Waldhäuser Preishaus, die im Jahre 1400 ungefähr gegründet
und 1846 abgebrochen wurden.
Im Hohlraum warteten
die Grenzer "Paschern" auf.
Das Preishaus hatte viele
Besitzer. Einer davon hieß Preis, wonach nun der Name "Preußisches
Waldhaus auf dem Rabenberge" wurde. Doch mit Preußen hat es nichts
zu tun.
Dafür hatte auch das
Preishaus seine schaurige Moritat, die im Volksmund allbekannt gewesen
ist.
Diente doch die Waldeinsamkeit
und die nahe Grenze zu Böhmen den Schmugglern und Grenzgängern
als ideales Refugium:
Der böhmische Pascher
Josef Eigler wurde beim illegalen Passieren der Grenze von der Grenzwache
erschossen und hinterließ sechs arme Weisenkinder.
Ja, das Leben war karg und
hart heroben auf dem Erzgebirgskamm. Es forderte arbeitsame und rechtschaffenen
Menschen, die halt manchmal auch ein bissel "Dazuverdienst" brauchten.
Doch die Obrigkeit griff hart durch. |
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