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GREIZ im Kalenderblatt Februar 2012 |
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Spuren von Altbergbau in der Greizer Flur
Im Jahr 2010 öffnete sich aus verschiedenerlei Gründen häufig die Erde in Mitteldeutschland, der Erdsturz der sich in Greiz ereignete war allerdings weniger spektakulär. Die in einem Feld auf der Kahmerschen Höhe durch früheren Bergbau entstandenen zwei Erdfälle wurden mit Absperrbändern oder Zäunen abgesichert und durch die Bergsicherung erkundet. Zu sehen war ein Jahr nach dem Erdfall zum einen ein Krater, der noch immer in Bewegung ist und an seinen Rändern Risse zeigt, zum zweiten hat sich die Erde an einem Mundloch geöffnet, daß sich nur 50 bis 70 cm unter der Erdoberfläche befindet und wohl der Schacht ist, über den die Bergleute in die Grube eingefahren sind. Auch öffnete sich ein weiterer Krater unmittelbar neben Wohnbebauung am Ortsrand von Greiz-Schönfeld. Diese Erdrutsche erinnern an Bergbautätigkeiten bis ins 19. Jahrhundert im Greizer Reußenland. Wenig ist angeblich darüber überliefert. Aber es hat Funde von tönernen Grubenlampen gegeben, die auf eine weit zurück liegende Bergbautätigkeit schließen lassen. 1732 begann die 1839 in Cainsdorf bei Zwickau gegründete Königin-Marien-Hütte wieder mit dem Bergbau. Bekannt ist, daß hier bis etwa in die zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Brauneisenstein gefördert wurde. Man verfolgte einen Erzgang, der in ca. 28 Meter tiefen Schacht abgebaut wurde. (nach Gerhard Hempel, "Das nördliche Vogtland um Greiz", Leibnitz-Institut für Länderkunde Leipzig, Sächsische Akademie der Wissenschaften Leipzig) Die Grube nannte sich "Constantin Fundgrube" und war ein königlich sächsisches Unternehmen. Dieses Bergwerk befand sich einst im Wald. Heute ist der Wald gerodet und an dieser Stelle urbares Ackerland. Das Bergwerk war wohl nicht mehr rentabel und so wurde es 1886 geschlossen. Wann mit dem Bergbau begonnen wurde ist ungewiß. Bisher gibt es kaum Unterlagen von dem Bergwerk, zumindest hat nach Presseberichten das Thüringer Bergamt in Gera keine Unterlagen.. In den Jahren 1855 bis 1871 sollen 412851 Zentner Brauneisenerz gefördert worden sein (1 Zentner entspricht 50 Kilogramm). Beiträge zur Heimatkunde: Heft 1, Geologisches Wanderbuch für den Greizer Kreis und seine Grenzen, Wanderungen im Schönfelder Diabasgebiet, L. Macht, Oberlehrer i.R. herausgegeben und verlegt vom Lehrerverein Greiz 1928.Das hier geförderte Brauneisenerz wurde mit Ochsenkarren nach Zwickau in die Königliche Marienhütte verbracht, geschmolzen und weiterverarbeitet. Als das Bergwerk 1886 geschlossen wurde verfüllte man die teilweise abgesoffenen Stollen. Noch heute kann man auf dem Feld und dem angrenzenden Forst Brauneisensteine finden. Das Huthaus befand sich in unmittelbarer Nähe des Bergwerkes, wo genau der Standort war ist nicht bekannt. Hier waren die Werkzeuge gelagert und in dem Haus wohnte auch der Obersteiger. Das Huthaus wurde mit der Schließung des Bergwerkes 1886 abgetragen, in der Ortslage Schönfeld wieder aufgebaut und als Wohnhaus genutzt. Es steht heute umgebaut und modernisiert gegenüber dem Gasthof "Weintraube" in Schönfeld. An der Straße nach Kahmer wurde außerdem Ockererde in Tagebauen gefördert, die zur Farbenherstellung in Mohlsdorf verarbeitet wurde. Diese Tagebaue wurden nach dem Jahr 2000 verfüllt. Heute künden einige Resthalden und eine Brachfläche am Waldrand vom Standort der Tagebaue. Weitere Bergbautätigkeiten sind durch kleine Versuchsstollen an der Straße von Silberloch nach Zoghaus nachweisbar. Aber auch die Höhle auf dem Käppelstein, die unter dem Käppelstein befindlichen Abraumhalden, die auf Seiffen zurückzuführen sind, und die Venezianerhöhle (beide Orte befinden sich im Göltzschtal) zeigen, daß auch in Greiz Bergbau stattgefunden haben muß. Nicht unerwähnt bleiben soll die Kalkhütte in Waldhaus, wo Kalk im Tagebau gefördert wurde. In Kleinreinsdorf bei Greiz und an der Teufelskanzel im Gommlaer Wald soll ebenfalls Bergbau betrieben worden sein. So bezeichnet die "Elfte Stunde" heute noch eine Waldgegend nach dem Bergmannskompass, der in 24 Stunden eingeteilt war. Der Stollen, nach dem die Gegend benannt ist, hatte eine Ausrichtung in die Himmelsrichtung Nordnordwest. Dies entspricht der Ausrichtung der Elften Stunde auf dem Zifferblatt der Uhr. Die Aktenlage zu diesen Bergbauunternehmungen ist oft dünn. Manche Sage der Region gibt Aufschluss wo Bergbau betrieben worden sein könnte.
Spuren von Altbergbau in Greiz |
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Foto: GW
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