Vom
Schloßberg herab betrachtet wird das Schattendasein der
Rotunde in unserem Greizer Park offenbar. Nahe der Parkgasse
dient sie etwas am Rande des Parkes als Mahnmal der Opfer
der Kriege.
Erbaut
worden war die Rotunde 1787 um als japanisches Porzellanhaus
zu dienen. Später auch genutzt als katholische Kapelle für
eine Fürstin im protestantischen Reußenlande.
Nach dem ersten
Weltkrieg wurde sie zum Krieger-Mahnmahl für die Gefallenen
dieses Ersten Weltkrieges. Dem ersten der beiden Kriege
des 20. Jahrhunderts, der so vielen Greizern das Leben
gekostet hatte, daß für die Namen der Opfer des Zweiten
Weltkrieges kein Platz mehr an den Wänden der Rotunde wäre.
Die
eindrucksvoll den in fremder Erde einsam und sinnlos fallenden Soldaten
darstellende Bronzefigur wurde vom bedeutenden Dresdener
Bildhauer Professor Karl Albicker geschaffen und 1926 gegen
den Willen reaktionärer Kreise aufgestellt. Zu
sehr warnte die Plastik vor dem Kriegswahnsinn, der
dennoch wieder über das Land hereinbrechen sollte.
"Euch
Lebende ruf ich" trägt die Rotunde als Aufschrift an
der Außenfassade. Die Mahnung "Nie wieder imperialistischer
Krieg!" im Innenraum verschwand nach der politischen
Wende 1989.
Wer immer diese Eiferer der neuen angeblich
so meinungsfreien Zeit waren, sie konnten wohl aus Mangel
an Mitteln die Spuren dieser Inschrift nicht
ganz tilgen.
An
die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erinnert nunmehr
ein durch eine Privatperson gestifteter Grabstein, der sich
leider nicht so recht in das künstlerische Gesamtbild des
Mahnmahles einfügen will. Immerhin ein kleiner Versuch der
Menschen in Greiz zu gedenken, die für den Macht- und Bereicherungswahn
des deutschen Kapitals ihr Leben gelassen haben. Die Stadt
Greiz war dazu bisher nicht in der Lage.