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MARIAKULM CHLUM SV. MARÍ CHLUM NAD OHRÌ |
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Weithin
ist die auf einem exponierten Höhenrücken erbaute Wallfahrtskirche
Mariakulm im Egertal zu sehen. Ebenso kann von ihr hinein in
die Böhmischen Lande schauen. Von der Ferne grüßen die Höhenzüge
Bayerns und des Erzgebirges herüber. Diese Wallfahrtskirche
liegt tatsächlich mitten in Europa. Vielleicht begab sich schon der Geheimrat Goethe auf einem Ausflug vom nahen Karlsbad hierher. Das ist wohl sicher anzunehmen. Hier mag er sich in dem prächtigen Kirchenbau, der italienische Architektur, nachempfindet in sein gelobtes und geliebtes Reiseland Italien versetzt gefühlt haben. Einmalig schön und südländisch anmutend der Kreuzgang. Fast schon erdrückend die unermeßliche Pracht und der Reichtum der einzelnen Kapellen, in denen eine der wunderschönen und sicherlich sehr alten Madonnenfigur und eine andere den Heiligen Drei Königen gewidmet ist. Die
Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung hat die Pracht
des einst reichen Wallfahrtsortes ausgelöscht. Nicht viel ist
geblieben vom einst geschäftigen Treiben der Wallfahrer, der
zahlreichen Herbergen, Gastwirtschaften und der Überzahl an
Handwerkern zur Versorgung der Gläubigen Besucher. die Ferne sieht man eine Landschaft die ihrer Menschen und Kultur beraubt wurde. Manchmal ist es deprimierend durch diesen Landstrich zu fahren oder zu wandern. Konzerte zum Festival "Mitte Europa" in der ehrwürdigen und architektonisch wertvollen Wallfahrtskirche sollen die Menschen nach all dem Leid versöhnen. Aber Versöhnen setzt auch von allen Seiten voraus, daß man seine eigenen Fehler wieder gut macht und nicht nur die eigenen Fehler mit denen des anderen aufwiegt. Da hat das Tschechische Volk und sein Staat noch einigen Nachholebedarf. Leider sind die Fehler von einst wohl so bald nicht wieder zu korrigieren. Noch lange wird das Egerland eine einsame ihrer Menschen und Kultur beraubte Landschaft bleiben. |
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