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Der
Nachmittag gehört noch einmal der schönen
Stadt Chiwa. Auf dem Basar kann man sich
von der Faszination eines orientalischen
Basars verführen lassen. Berge von Melonen
schmücken den Platz farbenfroh. Eine
Unmenge von Zwiebeln und anderem Gemüse
wird feil geboten. Der eine Händler will
mir einen Tisch, der andere eine "nicht
mehr ganz neue" Pelzmütze aufschwatzen.
Es ist nicht leicht aus diesem Handel zu
entkommen. In der Markthalle hängen riesige
Störe zum Verkauf. Ehe man sich versieht
hat man einen in der Hand. Aber nein danke,
bis nach Hause ist es doch so weit ...
Am
späten Nachmittag steht unser Bus vor den
Toren Chiwas bereit. Voller Eindrücke
heißt es Abschnied nehmen von der Stadt
der tausend Lichter
Ein
Feldherr Namens Syl soll Chiwa gegründet
haben. Als er auf einem Feldzug hier rastete,
träumte er, daß 1000 Lichter um ihn herum
brannten. Er ließ die Stelle markieren
und einen Brunnen graben, als er siegreich
vom Feldzug zurückkehrte. Viele Märchen
und Sagen umranken diese Stadt, deren Farben
Blau und Gelb sind. Das Blau der Majolikakacheln
wetteifert mit dem Blau des Himmels. Dazu
bilden das Gelb der Lehmmauern aller Bauwerke
und der Staub der Wüste, der durch die engen
Gassen fegt, einen einmaligen Kontrast.
Die
vielen Herrscher sind vergangen. Von ihnen
zeugen nur noch ihre Grabmähler und die
prächtigen Bauwerke, die sie einst erbauen
ließen. Aber die Werke der Menschen, die
diese Bauwerke erbauten, leben in diesen
fort. Ein Menschenschlag, dessen Gesichter
von vielen Völkern und Rassen geprägt wurde,
die als Eroberer, Händler oder Sklave
hierher gekommen sind. Als ich Chiwa besuchen
konnte hatte sich dieser Menschenschlag
seine Sitten und Gebräuche erhalten können.
Mir war damals bewußt, daß es dieses noch
mittelalterlich geprägte Chiwa nicht mehr
ewig geben wird. Wer möchte schon heute
noch in bescheidenen Lehmhütten leben.
Bei
meinem Abschied von Chiwa war mir klar,
daß die Stadt einmal eine Museumsstadt sein
wird. Dann wird das pulsierende Leben in
den Gassen verschwunden sein und die letzte
in ihrer ganzen Originalität erhaltene mittelasiatische
Metropole wird eine sterile Museumsstadt
sein.

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