|
Mittelasien
ist das Land zwischen dem Blau des
Himmels und dem Blau der mit Majolikakacheln
verzierten Kuppeln der Moscheen und
Minarette, Land aus gelbem Wüstensand und
dem Gelb seiner aus Lehm entstandenen Bauten.
Die Berge, die das Land im Süden begrenzen
wetteifern mit den höchsten Gipfeln dieser
Erde und die Seen dieser Region gehören
zu den größten dieser Welt.
Amu
Darja und Syr Daria werden gespeist von
den riesigen Gletschern des Pamir und des
Hindukusch. Diese Wasserressourcen
ermöglichten es den Menschen seit Alters
her fruchtbare Äcker zu bewässern. Durch
die Wüsten Kurakum und Kysylkum mäandern
beide Flüsse. Zum Aralsee in dessen Süden
sich die Oase Choresm mit seiner märchenhaft
schönen Stadt Chiwa befindet.
In Bescheidenheit
übten sich die Menschen dieser großen Region
zu allen Zeiten, während ihre Herrscher
sich mit Reichtümern überhäuften. Die Menschen
wurden geprägt durch die zahlreichen Kulturen,
die Mittelasien in einzigartiger Weise beeinflußten.
Mittelasien
befindet sich im Zentrum des sogenannten
Mittelgürtels der alten Welt. Hier kreuzten
sich die alten Handelswege aus Europa, Indien,
dem nahem Osten, China und Zentralasien.
Durch dieses Land zog auch der große europäische
Entdeckungsreisende Marco Polo.
Über
die große Seidenstraße zogen Karamelkarawanen
mit Pelzwaren, Gold Gewürzen, Datteln und
Salz. Hierher brachten Menschen in ihren
Wanderstäben versteckt das bestgehütete Geheimnis
Chinas, die Seidenraupe. Der Sklavenhandel
mit Menschenware aus allen Himmelsrichtungen
blühte bestens.
Die großen Heerführer
und Eroberer des Altertums kamen nach Mittelasiens. Alexander der
Große drang bis zum Fluß Onyx vor, war es
der Amu Daria? Die Machthaber des Arabischen
Kalifat greifen nach diesem Mittelasien
und bringen die Arabische Schrift, Kultur
und Wissenschaft ein, das der Menschheit
Größen wie Avicienna schenkt. 
Mittelasien wird von den
Heeren Tschingis Khans erobert. Die Pax
Mongolica, der mongolischen Frieden, brachte
erstmals Sicherheit auf den Handelswegen und machte
es so auch Marco Polo möglich
bis in das chinesische Großreich vorzudringen.
Tschingis Chan zerstörte das alte
Samarkant, das östliche Rom, es verödete. Aber
hier in Mittelasien sollte auch das Welreich
des Mongolen nach dessen Niedergang noch
die Zeiten am längsten überdauern.
Mit der
Herrschaft Tamerlans, der in Europa als
Timur mehr bekannt ist und dem man nachsagt mit Mord und Totschlag
sein Riesenreich der Timuriden auf den Schädelbergen
gemordeter Gegner errichtet zu haben, wird
Mittelasien wieder zum kulturellen und politischen
Zentrum seines Riesenreiches. Diese Renaisance
Mittelasiens läßt sich noch heute an den
prächtigen Bauten Samarkants, Bucharas und
Chiwas nachvollziehen. Dieser Glanzzeit
Mittelasiens folgt ein Jahrhunderte dauernder
Niedergang durch endlose Fehden der einheimischen
Emire und verheerende Feldzüge gegen die
Nachbarstaaten.
Erst
als das russische Zarenreich seinen Einfluß
nach Mittelasien ausdehnt, kommt diese Stagnation
zum Halten. Mittelasien erlebt in der Sowjetunion
einen enormen
wirtschaftlichen Aufschwung. Mittelasien
erlebt aber auch eine der größten Umweltkatastrophen
durch den Bau des Karakumkanals, der die
intensive Bewässerung neuer landwirtschaftlicher
Flächen ermöglicht. Die Wasser des Amu Darja
und des Syr Darja werden in die neu gewonnenen landwirtschaftlichen
Nutzflächen
abgeleitet wodurch wesentlich geringere
Wassermengen den Aralsee erreichen. Dies
leistete einer Ausdrocknung
des Aralsees immensen Vorschub.
Die daraus entstandenen Umweltschäden haben
Auswirkungen für die gesamte Menschheit,
aber besonders für die Menschen, die am
Aralsee leben und hier einst ihren Lebensunterhalt
verdienten.
Heute
regieren in der Region wieder mächtige Regierungschefs,
die es verstanden ihre Machteinflüsse aus
dem Sowjetreich herüber zu retten und aus
dem unendlichen Reichtum an Bodenschätzen
vor allem für sich selbst zu provitieren.
Sie schaffen sich wieder neue prunkvolle
Metropolen, die Macht und Reichtum symbolisieren
sollen. Was in faszinierender Weise bleibt sind
die einfachen Menschen in ihrer unvergleichlichen
Art und in ihrer kulturellen Vielfalt, die
mit Bescheidenheit über mehr als ein Jahrtausend
allen Machtgelüsten trotzten.
Gehen
Sie mit uns auf diese virtuelle Reise zu
den schönsten Plätzen entlang der Seidenstraße
Mittelasiens.
|