Der Tuchmacher
Christian Kraut aus dem Vogtländischen Auerbach entdeckte im Jahre
1727 auf einer seinen Handelsreisen hinüber nach Böhmen den im
dichten Tann versteckten Topasfelsen Schneckenstein. Damit war das einzige
Topasvorkommen Europas entdeckt, was bald zu großem Interesse am
Sächsischen Königshof führte.
1737 begann der Abbau
von Topasen mit 7 Bergleuten am Schneckenstein. Der Berg war mit Ende des
Abbaus um 1800 zu zwei Dritteln abgetragen.
Die Schätze
vom Schneckenstein aber zieren wertvolle Kunstgegenstände des Sächsischen
Königshauses, die heute im Grünen Gewölbe zu bestaunen sind.
Auch in der Englischen Königskrone sind Topase vom Schneckenstein
verarbeitet.
Seit 1937 wurde der
Felsen unter Schutz gestellt, denn immer wieder rückten Glücksritter
und Mineralsammler dem markanten Fels zu Leibe. Deshalb ist heute
der Schneckenstein umzäunt, und der Besucher muß einen kleine Obulus
für den Zugang zum Aussichtfelsen berappen. Aus einer Höhe von
880 m ü. NN bietet sich dann ein schöner Rundblick über
Vogtland und Erzgebirge, der wohl leider bald vom umstehenden Baumbestand
zugewachsen sein wird...
Noch einmal begann
das große große Berggeschrei mit der Zeit des Uranabbaus nach
1945. Die unter dem Schneckenstein befindliche Grube Tannenberg war aber
nicht so recht ergiebig an begehrten Uranerz. Aber der Abbau von Zinn wurde
zu DDR-Zeiten forciert.
So wird man überall
im Vogtland mit den bergbaulichen Spuren und Traditionen konfrontiert.
Im Winter ist der
Schneckenstein verwaist. Der Schnee verpasst dem markanten Felsgebilde
einen Überzug wie aus Puderzucker, der an luckullische Freuden der
Region erinnert, den Weihnachtsstollen.
Je weiter man hinein
ins Gebirge kommt, um so mehr hat der Bergbau mit seine Traditionen die
Menschen geprägt.
Überall findet
man Besucherbergwerke, die heute nicht mehr
dem Abbau des wertvollen
Erzes dienen sondern als Touristenattraktion von der harten Arbeit der
Menschen in der Tiefe der Erde zeugen.
In der Weihnachtszeit
finden die Mettenschichten statt.
Wir sind durchs
tiefverschneite Vogtland hinauf zur Grube Tannenberg gefahren.
Der Stolleneingang
ist gleich einem Schwibbogen festlich mit Lichtern geschmückt.
Nachdem
man tief unter dem Topasfelsen Schneckenstein in den Berg eingefahren ist,
bekommt man einen Schnaps zur Begrüßung.
Die zahlreichen Besucher
finden Platz an einer Kreuzung zweier Gänge. Der Altarraum ist festlich
mit Tannengrün und einer Nachbildung des Altars von Annaberg geschmückt.
Der Pfarrer spielt
selbst mit im Posaunenchor.
In der Predigt findet
er zum traditionellen Bergmann und Engel, die überall in den Fenstern
der Bergheimat stehen.
Bergmann und Engel:
Der Bergmann,
der das Licht aus der Erde
und der Engel,
der das Licht aus der Höhe bringt.
Beide verkünden
im Vogtland und im Erzgebirge das Weihnachtsfest.
Hier unter der Erde
wird klar wie hart die Arbeit der Bergleute war. Unvorstellbar, wenn man
die engen Gänge des Altbergbaus sieht, in denen die Menschen 12 Stunden
kriechend das Erz abbauten. Was für eine Bedeutung hatte da das Licht,
besonders in der dunklen Jahreszeit.
Bevor ausgefahren
wird, gibt es, wie es die alte Tradition vorschreibt, ein kräftiges
Essen und einen ordentlichen Umtrunk. So feierten die Bergleute seit Jahrhunderten
das Weihnachtsfest. Die Mettenschicht
diente auch der Versöhnung, denn bei harter Arbeit gab es auch mal
ein rauhes Wort und Streit. Zank und Streit sollten im kommenden Jahr beendet sein.