DIE ALTE HOHE STRASSE

 

 

 

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 Topgrafie von Altstraßen

Lichtenhain bis Waldhaus

Tomasov (Thomasdorf) - Tanzplan

Der Tanzplan (Tanecnice)

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© Wolfgang Trommer

letzte Änderung: 30.06.2008

    Die Alte Hohe Straße führt sehr steil nach dem Ort Lichtenhain zur Hochbuschkuppe bergan. Im Wald kann man am steilsten Stück der Straße

    noch Hohlwege erkennen.

    Im Verlauf der Alten Hohe Straße zum Hochbusch kann man links am

    Waldrand (Rastplatz) gut ausgeprägte Hohlwegbündel erkennen.

     

 

Die Alte Hohe Straße nutzt die Wasserscheide zwischen Kirnitzsch und Sebnitz. Auf diesem Bild ist sehr schön zu erkennen wie die Straße von der Hochbuschkuppe herab kommend die topografischen Bedingungen der Landschaft für ihren Verlauf nutzt. Nicht umsonst spricht man bei der Alten Hohen Straße auch vom Panoramaweg.

Wer auf der Hohen Straße wandert, der wird bei guter Sicht reichlich belohnt mit den einmaligen Aussichten auf das Massiv der  Schrammsteine, die

Winterberge und die Hintere Sächsische Schweiz. Auf Böhmischer Seite weist der Tanzplan schon seit ewigen Zeiten den Weg entlang der Hohen Straße.

     

 

 

Die Topografie von Altstraßen

 

Wege gibt es auf unserem Planeten seit es Lebewesen auf ihm gibt. Die Tiere mit ihrem Instinkt schufen sich sehr direkte Verbindungen zu Wasserstellen und Nahrung . Der Mensch nutzte diese Pfade, einmal um die Tiere zu erjagen zum anderen aber auch um bequemer voran zu kommen. Wege dienten auch dem Informationsaustausch und dem Handel. Der Mensch schuf sich allmählich Wege um an die von ihm erstrebten Ziele und Begehrlichkeiten zu gelangen.
Später baute man Pfade und Wege entsprechend der technischen Möglichkeiten und Erfordernisse aus. Heer- und Handelswege wurden zu Straßen. Die Römer waren erstmals Künstler im Straßenbau, doch mit der Baukunst der alten Römerstraßen sind die Verkehrswege des Mittelalters nicht vergleichbar. Im Gegensatz zu den von den Römern erbauten Straßen entwickelten sich die Straßen sonst entsprechend der natürlichen Gegebenheiten.
Später, im technischen Zeitalter entstanden Schienenwege, Luftwege, Seewege, Autostraßen und Autobahnen. Sie ließen diese ersten und sehr lange genutzten Altstraßen als Verkehrs- und Handelswege in Vergessenheit geraten, denn sie entsprachen in ihrem direkten Verlauf nicht mehr den Anforderungen des modernen Verkehrs.

Alte Straßen durchziehen alle Gegenden Mitteleuropas. Man nennt sie Altstraßen. Die Besonderheit dieser Altstraßen liegt darin, daß sie sich entsprechend der geografischen Gegebenheiten dem Landschaftsprofil angepaßt haben. Außerdem meiden diese Altstraßen die Täler und Niederungen, die zur damaligen Zeit oftmals durch Sümpfe und Hochwasser unpassierbar waren. Gerne nutzte man Wasserscheiden für den Verlauf der Verkehrswege, weil man sich dort festen Untergrund erhoffte. Markante Höhenzüge steuerte man an, denn sie boten beste Orientierung. Im Flachland markierten markante Bäume oft den Straßenverlauf. Ortschaften mied man möglichst, denn man wollte nicht gesehen werden. Zwielichtige Wegelagerer bezogen oft ihre Informationen aus den Herbergen und Schenken. Überall lauerten Gefahren durch Überfälle.

 

So durchziehen sich diese Altstraßen auch heute noch unsere Mittelgebirgslandschaften. Im Mittelgebirge konnten sie sich besser erhalten, weil das Land weniger zersiedelt ist. Über den Verlauf und die Benutzer der Straßen ist oft wenig oder auch gar nichts in den Archiven zu finden. Nur durch zahlreiche Hohlwege haben unsere Vorfahren Spuren hinterlassen, dort wo sie durch die Besiedelung nicht zerstört wurden.

Unser modernes Straßensystem kann nicht nach dem Verlauf dieser Altstraßen ausgerichtet sein der heutige Straßenbau setzt ganz andere Anforderungen. Auch wenn solche Altstraßen unter modernen Fernstraßen verschwanden, so sind Teile für den Straßenverlauf der heutigen Zeit nicht nutzbar. Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß der Verlauf dieser Altstraßen noch heute nachvollzogen werden kann.

Wer sich mit dem Verlauf einer solchen Altstraße beschäftigt, der wird erstaunt sein, mit welcher Treffsicherheit und mit welchem Orientierungssinn unsere Vorfahren sich den möglichst direktesten Weg zu ihrem Ziel bahnten. Faszinierend ist aber auch, wie sich diese alten Verkehrswege harmonisch in die Landschaft einfügen und ein beredtes Zeugnis vom Pioniergeist unserer Vorfahren ablegen.

 

 

 

Blick vom Hochbusch über Lichtenhain zu den Schrammsteinen