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Die Gegend um den Gottesgaber Spitzberg (Bozidarsky Spicak) ist einsam. Aus der Nähe ist der unzugängliche, spitze Bergkegel von der Südseite her gesehen fast etwas unscheinbar. Von der Nordseite dagegen ragt er schon mächtiger auf. Aus der Ferne betrachtet ist der Spitzberg ein markanter Bergkegel, der die Landschaft des Erzgebirgskammes beherrscht.
Am Fuße des Spitzberges hatten einst rechtschaffene Menschen sich ein Zuhause in den Häuschen der Siedlung Spitzberg geschaffen. Das Leben war hart und einfach in dieser Gegend. Wer im Winter hierher zum Spitzberg kommt, der kann fast immer die eisigen Winde am Spitzberg erleben.
Was in der Winterszeit der Schnee verdeckt, kann man im Sommer sehen, die Ruinen der Siedlung Spitzberg.
Sie künden noch heute von jenen Ereignissen, die die Bewohner der Siedlung nach 1945 aus ihren Häusern vertrieb. Und so ist die Gegend des Spitzberges einmal mehr unheimlich, so wie sie schon in früheren Zeiten durch Sagen umrankt den Menschen nicht ganz geheuer war. So erzählte man sich vom Spitzberg folgende Sage
 

Hunderte und aberhunderte Jahre waren in die Ewigkeit verronnen seitdem die Burg auf dem Spitzberge in die Tiefe versunken war.
Ein Büblein hütete dort Kühe. Es kletterte über die Steine zur Höhe hinan und fand bei seinem Streunen  eine Blume, so wunderbar schön, wie er noch keine gesehen hatte. Er brach sie und steckte sie auf seinen Hut. 
Da wurde der Berg lebendig, spaltete sich, und die Burg wurde sichtbar, aber nichts war darin zu sehen und zu hören.
Der Knabe bezwang sein Bangen und stieg hinab. Er fand alle Gemächer voll Gold und Köstlichkeiten. Rasch stopfte er alle Taschen voll.
Seinen Hut kehrte er um und füllte ihn bis an den Rand und häufelte noch ein wertvolles mit funkelnden Edelsteinen darauf. Dabei fiel aber die wunderbare Blume, die der Schlüssel zu diesen Herrlichkeiten war, unbemerkt zu Boden.
Beim Fortgehen rief dem Knaben eine Stimme nach:
"Vergiß das Beste nicht! "
Er sah sich zwar scheu um, betastete seine Taschen und ging davon.
Kaum war er draußen, schloß sich dröhnend der Berg. Nicht ein Sprung, nicht ein Riß verriet den Weg zum wundersamen Schloß.
Daheim gewahrte der Knabe den Verlust der herrlichen Blume. Aber er hatte für sich und die Seinen vollauf genug. Er suchte trotzdem oft nach der Wunderblume, aber nie fand er sie wieder. Sie soll nur alle tausend Jahre blühen.

An der Nordseite des Spitzberges direkt am Waldesrand gelegen befand sich einst ein Gasthaus. Nur die Freitreppe zum Biergarten, der Brunnen und einige Grundmauern zeugen noch von ihrem Standort. Die Gaststätte trug nach der Sage vom Spitzberg den Namen Gasthaus "Wunderblume". Wie das Gasthaus "Wunderblume" ausgesehen hat haben Menschen des Erzgebirgsvereines Rittersgrün in Holz geschnitzt der Nachwelt erhalten. Man kann das Bild und die hier wiedergegeben Sage im Museum zu Gottesgab (Bozy Dar) finden.
VVielleicht aber wird in ferner Zeit ein Knabe wieder einmal die Wunderblume am Spitzberg finden. Vielleicht ersteht dann an diesem Tage das alte Gasthaus "Wunderblume" noch einmal, und der Junge kann das einstige fröhliche Treiben der Wirtshausgäste noch einmal an diesem verwunschenen Ort erleben ...